Grosskaliber Kurzwaffe

„Sportschießen ist bestimmt nicht so schwer.“

Ich persönlich hatte trotz meiner Pro-Sportschießen-Grundeinstellung eine ganz andere Vorstellung von diesem Sport. Aber ganz von Anfang an:

Rückblickend war es für mich wichtig, dass der erste Kontakt sehr offen erfolgte – ohne Dramatik oder auch Verharmlosung – und das Kernelement in den Mittelpunkt gerückt wurde – der Mensch.

Eine Schusswaffe ist ohne den Menschen nur ein Stück Metall, welches aber erst durch falschen Gebrauch gefährlich werden kann – so in etwa wie ein Auto……

Das ernsthafte Sportschießen ist so vieles mehr, als nur den Abzug zu betätigen. Denn dies macht man nicht, wenn man alles richtig macht. Bewusst „abdrücken“ bedeutet, dass man garantiert nicht die Mitte der Scheibe in 25 m Entfernung mit der Kurzwaffe trifft. Stehend, Gleichgewicht haltend, permanent in Bewegung durch die Atmung, mit ausgestreckten Armen sowie Kimme und Korn die Mitte der Scheibe fixierend. Ach so. Nein!
Wir schießen nicht auf Fleck, sondern Spiegel aufsitzend. Also um die Mitte der Scheibe zu treffen, muss ich etliche Zentimeter auf der Scheibe weiter unten anhalten. Quasi vorbei zielen um zu treffen. Ah ok.
Wir zielen also vorbei und müssen uns vom Schuss überraschen lassen. Wenn uns das gelingt und wir zur gleichen Zeit im Ziel sind, die Waffe nicht kippen lassen nach oben, unten, links oder rechts, nicht zu lange die Luft angehalten haben und nicht verziehen durch eine falsche Fingerhaltung am Abzug, oder zu lockeren Griff, dann treffen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit die Scheibe.

Jetzt nehmen wir uns nur die schwarzen Ringe vor. Ohne Ausreißer. Wochen, Monate, etliche Hundert Schuss, oder Tausende? Ich weiß nur, es waren viele. Und wenn mir das gelingt, dann wechsele ich auf Großkaliber.…..und wieder auf Anfang zurück. Das Schwarze halten.

Es ist so was von überhaupt nicht leicht, die „nur“ 40 Schuss für eine Standard Disziplin des DSB abzuliefern. Ok. Es gab früh Tage, da gelang es. Aber es schwankt so sehr. Und da Stabilität reinzubringen, das ist schwere Arbeit an sich selbst. Routinen zu schaffen, Konzentration aufrecht zu halten und alles richtig zu machen. In sich zu kehren. Zu entspannen als läge man seit einer Stunde auf einer Massageliege. Das drumherum auszublenden. Nur die Scheibe zu sehen. Seinen Herzschlag zu hören unter dem Gehörschutz. Keiner der Dutzend Schüsse der Kollegen direkt nebenan, beeinflussen diesen Prozess.…doch tut es. Und schon wieder eine neue Hürde.

Da ist er wieder. Der Mensch. Gute Kurzwaffen streuen unter 20 mm auf die Distanz von 25 m. Das wären alles 10er. Das wäre schön. Weltmeisterlich schön..….

Auch nach knapp einem Jahr mit etwas Konstanz ist es so hart, eine gewisse Grenze an Ringen zu überschreiten und dauerhaft zu halten. Es geht oft nur um den Bruchteil einer Sekunde, in dem einer der vielen oben genannten Punkte nicht 100% stimmt. Und es liegt nur an einem selbst.

Und das alles habe ich mir nicht so vorgestellt. Und es ist schön. Schöner als ich es mir vorgestellt habe!

Ein Gedanke zu „Grosskaliber Kurzwaffe“

  1. Ja so ist es mit dem Sportschiessen, alles richtig machen!! Der kleinste Fehler und schon grinst einem ein Loch an der falschen Stelle auf der Scheibe entgegen. Tipp: schön im Training bleiben, arbeite hart an dir selbst und dann klappt es auch auf der Scheibe.

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SCHIESSEN GEHEN, FREUNDE TREFFEN